Shot 115: Der Tag, an dem nichts passierte
Diese Woche geht es um: Endlich Sommer.
Guten Morgen,
Manche Tage hinterlassen keine Geschichte.
Gestern war so ein Tag.
Spät gefrühstückt. Kaffee getrunken. Ein bisschen gelesen. Draußen gesessen.
Nichts davon wäre eine Erwähnung wert.
Und doch sind es genau diese Tage, nach denen wir uns sehnen, wenn das Leben wieder einmal zu voll wird.
Wir erkennen sie nur selten, solange wir mittendrin sind.
Weil nichts Besonderes passiert.
Zum Glück.
Ein guter Tag muss nichts erzählen können.
Dein Barista
Afschin

Mein lieber Afschin, hier sprichst du einen wirklich wahren Punkt an.
Wir versuchen täglich, einen Sinn in unserem Tag zu erkennen oder eine Besonderheit zu finden. Und wir übersehen dabei, dass selbst das Unspektakuläre wie einen Kaffee in aller Ruhe zu trinken und dabei aus dem Fenster schauen zu können, schon das Besondere ist.
Und nichts davon muss erwähnt werden. Wir müssen es einfach wieder lernen, zu genießen.
Sinnvoll, um sich wieder auf diese ursprünglichen und leisen, leichten Dinge zurückzubesinnen, finde ich eine Art Dankbarkeitstagebuch. Hier kann man auch wirklich die kleinen Momente notieren und lernt dadurch, so finde ich, dass nicht alles etwas Besonderes sein muss, sondern die Besonderheit in so ziemlich allem bereits liegt.